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Dieter Kermas und sein neuer Roman “Kolja: Liebe im Feindesland”. Ein Interview.

Viele von uns erinnern sich noch an die ergreifenden Geschichten, die uns Dieter Kermas aus seiner Kindheit während des Krieges erzählte. Nach seinen Kindheitserinnerungen, die in Segmenten auf CaliforniaGermans in 2013 veröffentlicht wurden, erfreute uns Dieter Kermas an vielen Wochenenden mit seinen lustigen, manchmal auch nachdenklich stimmenden Kurzgeschichten und Gedichten.

Fans von Dieter Kermas können sich nun freuen, denn er hat seinen ersten Roman veröffentlicht!

Kolja: Liebe im Feindesland” von Dieter Kermas ist auf Amazon erhältlich.

Der wunderbar einfühlsam und spannend geschriebene Roman handelt von zwei jungen Leuten, Kolja, einem Russen und Lotte, einer jungen Berlinerin. Anstatt Feinde zu sein, verlieben sie sich ineinander. Der Liebe ist kein langes Glück gegönnt. Bei Ende des Krieges wird Kolja nach Russland zurückberufen und ein Wiedersehen scheint in unerreichbare Ferne gerückt zu sein.

Erst viele Jahre später nach dem Untergang der UdSSR ergibt sich die Möglichkeit zu einer Wiedervereinigung, die allerdings einen unerwarteten Vorfall mit sich bringt.

Ein Interview mit Dieter Kermas zu seinem Roman – Kolja: Liebe im Feindesland

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CaliforniaGermans: Dieter, wie kommt es, dass die Hauptfigur Ihres ersten Buches kein Deutscher ist, sondern ein Soldat, der sich sozusagen hinter feindlichen Linien befindet, aus deutscher Sicht gesehen?

Dieter Kermas:  Das Thema verlangte danach, sich mit dem Charakter des „Feindes“ zu befassen. Ich las deshalb Originalberichte ( d.h. die Übersetzungen) über russische Soldatenschicksale.

CG: Ende des Zweiten Weltkrieges waren Sie noch sehr jung und konnten Kolja’s Erfahrungen selbst nicht gemacht haben. Was hat sie zu den Figuren Kolja, dem jungen russischen Soldat, und Lotte, der jungen Berlinerin, inspiriert? Gibt es da autobiografische Elemente?

Dieter K. : Die Kriegsereignisse von 1939 bis 1945 habe ich recherchiert. Die Zeit des „Kalten Krieges“ habe ich allerdings selbst miterlebt und konnte für diese Zeit eigene Erfahrungen einfließen lassen.

Was autobiografische Elemente angeht… Für längere Zeit hatte ich eine enge Freundschaft mit einer russischen Studentin. Hier waren die Rollen jedoch vertauscht. Sie in Moskau, ich in Berlin.

CG: Was sehen Sie als die Quintessenz Ihres Buches?

Dieter K.: Es sollte nach den schrecklichen Ereignissen des WWII, eine Brücke zwischen Deutschland und Russland entstehen. Dazu eignete sich das Schicksal von zwei Liebenden.

Selbst die stärkste Liebe kann durch die unterschiedlichen Ideologien zweier Staaten scheitern.

CG: Erzählen Sie uns ein wenig über Ihren Schreibprozess . Wann haben Sie mit dem Schreiben Ihres Romans begonnen? Wann konnten Sie das vollendete Werk in Händen halten? Mussten Sie viel recherchieren?

Dieter K: Die Idee, die Liebe zweier Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu schildern, hatte ich bereits 2004. Der Auslöser hierfür war meine Freundschaft mit einer Russin, die ich bereits erwähnte. Handschriftlich hatte ich die Handlung bis Ende 2005 skizziert. Der Entwurf blieb allerdings bis 2012 unbearbeitet liegen! Ein Freund veranlasste mich letztendlich 2013 weiterzuschreiben. 

Die Recherchen über die Orte und Jahreszahlen der Kampfhandlungen zogen sich bis 2014 hin. Die Örtlichkeiten in Moskau hingegen kannte ich aus eigener Erfahrung. 2015 folgte dann noch eine Überarbeitung, sodass das Buch 2016 in Druck gehen konnte. Es war ein ausgesprochen tolles Gefühl mein erstes Buch in Händen zu halten.

CG: Was hat sich während des Schreibens von “Kolja” als schwierigeres Unterfangen herausgestellt?

Dieter K.: Gute Frage. Den Verlauf der Kämpfe zeitlich und örtlich korrekt zu schreiben, war tatsächlich nicht so einfach. Auch Koljas und Lottes Gefühle in dieser gefährlichen Zeit zu beschreiben, war eine delikate wenn auch reizvolle Herausforderung.

CG: Was hat Ihnen am meisten Spass macht, als Sie den Roman schrieben?

Dieter K. : Beim Schreiben erinnerte ich mich an viele schöne Erlebnisse, die ich vor vielen Jahren in Russland hatte.

CA: Sie sind ursprünglich Ingenieur, was oft als ein eher ‘trockener’ Beruf bezeichnet wird. Wie kamen Sie zum Schreiben? War das schon immer ein Teil von Ihnen?

Dieter K.: Der trockene Beruf war für den Broterwerb und ließ leider keine Zeit zum Schreiben zu. Zum Schreiben kam ich tatsächlich erst nach Berufsende.

In gemütlicher Runde mit Kollegen, oder Freunden, hatte ich immer lustige Geschichten aus meiner Kindheit, Reiseerlebnisse, oder auch Eindrücke von der Flucht erzählt. „Schreib doch die Geschichten auf!“, forderten sie mich immer wieder auf. Das war der Auslöser, mit dem Schreiben zu beginnen.

Anfangs waren es nur Kurzgeschichten und Gedichte, ehe ich mich an einen Roman wagte.

CA: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Vielleicht ein Buch, das Sie zum Schreiben Ihres Romans anregte?

Dieter K.: Nein, es gab kein spezielles Buch, das mich zum Schreiben des Romans inspirierte. Mir fällt auch kein Lieblingsbuch ein, aber ich lese zum Beispiel gerne die Werke von Anton Tschechow, Edgar Allan Poe, Puschkin und Hemingway.

Meine Lieblingsbücher in der Kindheit waren die Indianergeschichten von Karl May, das Dschungelbuch von R. Kipling und die Reisegeschichten von Sven Hedin.

CG: Was bedeutet Schreiben für Sie? Ist es Entspannung pur oder eher kathartisch? Was reizt Sie, zur ‘Feder’ zu greifen?

Dieter K.: Es reizt mich aus der Fantasie heraus, Personen und Situationen in Geschichten einzubinden. Außerdem ist Schreiben entspannend und je nach Genre aufregend zugleich. Seelische Probleme muss ich damit nicht verarbeiten, dazu bin ich zu ausgeglichen.

CG: Schreiben Sie jeden Tag?

Dieter K.: Jeden Tag zu schreiben halte ich nicht für so zwingend notwendig, es sei denn es ist beruflich erforderlich. Wenn ein Teil der Handlung im Kopf fertig ist, kann es sein, dass ich mehrere Tage hintereinander diese zu Papier bringe. Es sollte Spaß machen und unter keinem Zeitdruck stehen.

CG: Was können wir als Nächstes von Dieter Kermas erwarten?

Dieter K.: Also, ich schreibe an einem neuen Roman. Der Handlungsablauf ist bereits fertig. Jetzt geht es an die Details. Er soll 2018 gedruckt werden.

CG: Dürfen wir wissen, in welche thematische Richtung Ihr neuer Roman gehen wird?

Dieter K.: Natürlich! Der zweite Roman sollte ursprünglich ein Abenteuerroman werden, so einer wie ich ihn in meiner Jugend gerne gelesen habe. Während der Ausarbeitung des Plots, kam ich aus heiterem Himmel auf die Idee, ein UFO auftauchen zu lassen. Danach drehte sich der Roman komplett in eine Scifi- Geschichte. Das erforderte nun ausgedehnte Recherchen über dieses Thema. Je länger ich an der Geschichte schrieb, desto mehr Spaß machte sie mir.

Hier ein kleiner ‘Teaser’: Der Roman beginnt auf einer Insel im  Pazifik. Der Hauptteil der Handlung spielt sich in einer deutschen Hafenstadt ab. Darüber hinaus werden einige Szenen in anderen Teilen der Welt geschildert. Zeit: 20. Jahrhundert. Thema: Die Menschheit steht am Abgrund ihrer Existenz.

CG: Dieter, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg mit ‘Kolja’, sowie viel Spass beim Schreiben Ihres neuen Romans!

Kolja – Liebe im Feindesland von Dieter Kermas ist bei Amazon sowie bei anderen Anbietern vorerst nur in deutsch erhältlich:

https://www.amazon.de/Kolja-Liebe-Feindesland-Dieter-Kermas-ebook/dp/B01M9A95NM

 

Image: ©Dieter Kermas


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Celebrating Saint Nicholas Day. How did you behave all year?

Today is Saint Nicholas Day (Sankt Nikolaus). How did you behave all year? He will know!

Perhaps you were good and could start out your day already with a full boot full of treats. Or you are still waiting until tonight when Saint Nicholas himself comes by and pays you a visit.

Many German families celebrate this beloved tradition the way that they have their children put out a boot overnight from the 5th to the 6th of December so that Saint Nicholas could fill it with oranges, nuts, chocolates, and even small toys. This would, of course, happen only if the child had behaved well all year. Surprisingly, they always had!

In some families, like mine, Saint Nicholas would actually come by in the evening of the 6th of December. Every year it was a big affair. We had friends with their children over to await the honored guest. O my, was I nervous as a young child!

Around 6 pm we would hear little bells and heavy footsteps crunching through the snow towards our patio door looking out onto the black pitch garden. And there he suddenly was! Standing in front of our patio glass door knocking with his white-gloved hand. Saint Nicholas!

All of us kids would huddle together, while my dad would open the door and beckon the honored guest in. Every year we were awed just the same!

Saint Nicholas and his Golden Book of Truth

Saint Nicholas entered our living room. Dressed in a bishop’s robe with a red cape and a Mitra he had a heavy burlap sacket over one shoulder and a huge golden book clasped underneath his other arm that was also holding a golden staff.  After we all had greeted him he took a quick glance at the half circle of children asking one of us to come forward to hold his precious crozier. We were all excitedly terrified and intimidated at what to expect next.

He sighed and slowly leafed through his golden book when suddenly stopping at one page, he announced a name and looked at us children with questioning eyes. The one, who had been named, timidly stepped forward and Saint Nicholas looked at him or her with a friendly look and exclaimed in a deep voice: “Now, let’s see what my little angels have written about you over the past year.”

He started reading out of his big golden book all, that he or she had achieved over the year, and what the parents were so proud of. Saint Nicholas would approve with little nods here and there or even utter some words of admiration.

With gleaming faces, we listened to his every word wishing just that the end would not be too embarrassing since everyone else was listening. We were aware that most likely, not everything had been perfect over the year and knew that Saint Nicholas would close by mentioning something we could thrive for and do better in the following year.

Every child had finally been addressed and received a little burlap sacket filled with treats, that Saint Nicholas retrieved from his big one. But this wasn’t the end. No!

Now it was time for entertainment! The parents would ask Saint Nicholas to take a seat and enjoy a glass of red wine while he would listen to our, the children’s presentations. Relieved, we children moved to this more relaxed part and recited our poems, played holiday music on our flutes and the piano.

After a short social time with Saint Nicholas, we finally accompanied him back out to the garden where he vanished into the dark, leaving us with the noise of the crunching footsteps in the snow and the jingling of bells in the air.

Exhilarated we ran back inside the house to indulge in unpacking our presents at last.

 

Image: Title image ©CaliforniaGermans , Pixabay.com


Happy First of December! Countdown to Christmas has officially started!

The story of the Advent Calendar

Germans love Christmas. In fact, for Germans, it’s the most important holiday of the year!

Many traditions help us Germans prepare for and enjoy the Christmas season to the fullest, like Saint Nicholas Day on Dec 6th or the four Sundays of Advent, Christmas cookies and much more.

One tradition, however, stands out since it is equally loved by children and adults. The Advent Calendar!

Who doesn’t like a countdown to a highly anticipated event?

Apparently many don’t want to miss it. In places all around the world, one can now find these magic Advent Calendars that hide chocolates or little toys behind their secret doors. Even beer calendars are available or calendars filled with a variety of liquor filled chocolates. The possibilities seem endless…

In the old days, just a beautiful little picture behind a door would make kids happy. Today some Advent Calendars made it even online, published by companies that discovered it as another tool to engage customers.

The first Advent Calendar originated in Germany in 1904 when Gerhard Lang published a simple one as an insert in a newspaper in Stuttgart. It was a raving success! So Lang decided to print a new one every year. The designs became more and more elaborate from calendars that worked like a dial to calendar houses filled with chocolates to even a calendar in Braille for the blind.

But how did he get the idea to make a calendar that would count down the days to Christmas in the first place?

The idea of counting down to Christmas Eve already existed in different ways. Some families used to mark the days to Christmas with chalk on their doors, in other families children were putting one piece of hay every day into a manger in which Baby Jesus would be laid on Christmas Eve.

Gerhard Lange’s mother however handcrafted a calendar for his then little son that would be filled with a little meringue for every day in December leading up to Christmas Eve. That caused a lasting impression and, as an adult, inspired Gerhard Lange to expand on his mother’s idea of an Advent Calendar.

The ‘modern’ Advent Calendar was born and started out to conquer the world in all kinds of variations!

Wir wünschen eine schöne Vorweihnachtszeit!  

Happy Holiday Season!

Images: Pixabay.com


INTIMACY

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Intimacy

(A Poem by Nils-Henrik Fuertes)
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Laughter echoes off the timeworn landscape of birch cabinetry
Pealing in my ears as I sit on
My straight-backed chair,
Chattering of my siblings such an archaic sound
Yet worn with a love I never forget.

The glare of cheerful electric lights enlightens every corner
Enhancing the metallic sparkle of the fridge.
Dull green paint on the walls
A faded memory of the old days
Like an endearing grandparent.

Calm air flows smoothly from the humming kitchen vent.
Classical music ever-present in the background.
Dancing flames tapping
A variety of rattling pots on the excited stove
Attempting to consume the savory scents drifting about the room.

Sugary orange yams with cinnamon
Melting in a tray of warm creamy butter,
Homemade goodness enveloping my senses.
A stark contrast to the homely furnishing
Splashing color upon the scene.

Dishes bang on the smooth granite countertop
Met with the subtle and sophisticated
Tinkling from champagne glasses,
And the merry jingle of silverware,
Preparing for the feast.
Ice-cold cider whooshes into glasses with gusto
Eggnog clouds my nostrils,
Radiating heat from the oven clings to my face.
Tenderly.
Softened by the breeze of pattering footsteps.

Water merrily babbles from the sink like a well-known relative
Harmonizing with the whistling of the teapot.
Grouchily the oven screeches on its rusty hinges
Competing with the oblivious chirping of my parakeet
Not aware that a bird is being prepared for dinner!

The spice-filled pumpkin pie waits on the microwave
Awaiting its moment of glory,
Gravy splashes in the boat.
Mashed potatoes steaming impatiently
As the cranberry sauce giggles in its bubbly pot.

Stealthily, I sneak up next to the animated stove
The hilts of the knives glinting me a mischievous smile,
And there it is!
The gem of Thanksgiving dinner
A seasoned turkey roasting to a crisp inside of the searing oven.

Thanksgiving is shortly upon me.
My kitchen is now alive with newfound sensations,
A reassurance to me and my family
Warmly filling my heart.
Affection.

 

©Nils-Henrik Fuertes

Image: Rockwell [Public domain], via Wikimedia Commons

HAPPY THANKSGIVING!


 

 

October 3rd, Germany celebrates “Tag der Deutschen Einheit” – The German National Day

Today Germany celebrates its National Day, the “Tag der deutschen Einheit” !

Today Germany commemorates the reunification of Germany. After WW II Germany got divided into East and West Germany. A fortified wall made sure that interaction between these two Germanys was limited and especially controlled .

Many Germans never believed that they would ever witness a unified Germany again, but November 9th, 1989 should catch them by surprise.

On this fateful day in history the East German government declared that all East Germans were free to go to the West and visit West Germany and West Berlin. Germany and the world went wild! Impactful, dramatic images of that day still captivate us today.

So why don’t we celebrate our German National Day on November 9th after all?

November 9th happens to be a day for a variety of  historical events in Germany, and not all were such that they should be honored or remembered positively on a day that shall celebrate the National day of Germany .

November 9th was the day on which the German republic was proclaimed in 1918, and it was also a November 9th when Hitler’s first coup in 1923 was defeated. This ominous date however also marks the anniversary of the Reichskristallnacht (Night of Broken Glass) in 1938, the day of the first large-scale Nazi-led pogroms against Jews.

November 9th therefore did not seem an appropriate date for the German National Day.

October 3rd was chosen instead since this was the day in 1990 when the formal reunification took place.

October 3rd replaced the date of June 17, which used to be the date for “The Day of German Unity” during the days of the BRD ( The Federal Republic of Germany).

Images: Pixabay.com

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