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Der Kalte Keller – Eine Gruselgeschichte zu Halloween

DER KALTE KELLER

(Eine Gruselgeschichte von Dieter Kermas)
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Die Frühjahrssonne erhellte mit ihren wärmenden Strahlen unser Montagebüro. Durch das große Südfenster fiel mein Blick auf das emsige Treiben auf der Hardenbergstraße in Berlin – Charlottenburg.

Dienstags bis freitags hätte die Sonne sicher unsere Laune und unseren Arbeitseifer günstig beeinflusst. Doch heute war es Montag. Aus Erfahrung wussten wir, dass heute das Klingeln der Telefone meist unangenehme Nachrichten bedeutete.

Baustellen hatten kein Material bekommen, ein Lastwagen mit dringend benötigten Dämmpaneelen war bei Braunschweig in den Graben gefahren und der technische Leiter einer Filialkette schnaubte erbost, dass sich die Tür zum Tiefkühlraum nicht öffnen ließe und somit keine Ware für den Verkauf zur Verfügung stünde.

Diese Gedanken gingen mir durch den Sinn, als mein Telefon loslärmte.

Mein Gesprächspartner hatte keine Hiobsbotschaft zu verkünden. Er wollte mich noch heute wegen eines Angebotes sprechen. Freudig erregt sagte ich, ich sei bereits auf dem Weg zu ihm. Ich warf mich in meinen Trenchcoat, beeilte mich das Büro zu verlassen und floh so vor den üblichen Montagsüberraschungen.

Der Weg zu dem alten Krankenhaus war nicht weit und so war der Anrufer recht erstaunt, als ich kurz danach in seinem Büro in der technischen Abteilung auftauchte.

Mit kurzen Worten erklärte er mir den Grund seines Anrufs. Die Kosten für auszuführende Reparaturarbeiten sollte ich ihm als Angebot einreichen.

Beim Hinausgehen fragte ich noch, in welchem Gebäude ich mir die auszuführenden Arbeiten ansehen könnte. „Sie kennen sich doch hier gut aus“, rief er mir zu, “die Pathologie finden Sie sicher alleine.“

Aha, die Pathologie, dachte ich und lief etwas langsamer. Ich war früher bereits einmal in diesem uralten, muffigen Kellergewölbe gewesen. Das Gemäuer stammte sicher noch aus der Zeit um 1900.

Ich stieg die ausgetretenen Stufen hinab. Liebe Sonne ade, der Hades wartet auf mich. Ein Lufthauch wehte mir entgegen, als ich die erste Kellertür öffnete. Nun atmete ich dumpfe Kellerluft gemischt mit dem Geruch von Desinfektionsmitteln ein.

Im Halbdunkel tappte ich den Mittelgang in Richtung einer stärkeren Lichtquelle.

Ehe sich meine Augen an das hellere Licht gewöhnt hatten, tauchte eine kleine, gedrungene Gestalt vor mir auf. Dann erkannte ich den Zerberus dieser Gruft.

Ein ehemals weißer Kittel, jetzt mit undefinierbaren Flecken übersät, spannte sich über seinem kleinen Spitzbauch. Trotz des angefressenen Zigarrenstummels in seinem Mund quetschte er eine Begrüßung hervor. „Kommen Sie bitte, ich zeige Ihnen die beschädigten Fliesen und die abgerissenen Türdichtungen, die erneuert werden müssen“, murmelte er etwas undeutlich.

Hier möchte ich kurz den Raum beschreiben, in dem wir uns befanden. Die Wände und der Boden waren gefliest. Eine Wand aus Dämmpaneelen teilte den Raum in seiner Länge. In dieser Wand befand sich eine Tür neben der anderen. Es waren zehn Türen.

Hinter jeder dieser Türen lag eine Leiche auf einer fahrbaren Bahre.

Mit den Worten: „Ich lasse Sie jetzt alleine“, entschwand der Kellergeist.

Also Taschenlampe angeknipst, Notizblock, Zollstock und Stift in die Hände genommen und rein in die erste Tür. Der anfangs beschriebene Geruch schlug mir nun verstärkt entgegen. Ich meinte noch einen weiteren Bestandteil in der Luft zu riechen, doch wollte ich darüber lieber nicht nachdenken. Die Bahre mit der Leiche etwas zur Seite gedrückt, und mich vorbeigequetscht. Beschädigte Wand-und Bodenfliesen notiert und auf der Rückseite des Raumes weitergeschlichen.

Die Kühlanlage sprang plötzlich klappernd an und verwirbelte den durchdringenden Geruch im Raum. Zwischen jeder Bahre zur Tür gedrängelt, um die Dichtungen zu kontrollieren. Mein Gott war das eng hier, dachte ich. Um zu messen, musste ich mein Notizbuch mit dem Kuli auf einer der Bahren ablegen.

Lieber Leser, hier muss ich leider eine Illusion zerstören. Die Leichen liegen nicht, wie oft in den Krimifilmen dargestellt, sauber abgedeckt und ordentlich gekämmt da.

Nein, hier lagen die Körper, so wie sie gestorben waren, nackt und oft noch mit den Spuren der vergeblichen Operationen auf den Unterlagen. Aufgedunsene Bäuche mit gelber Desinfektionsfarbe und grob vernähte Schnitte sind sicher kein schöner Anblick. Ich war heilfroh, kein Kind zu entdecken.

Ich bückte mich, nahm an der Tür Maß von oben nach unten, streckte mich und wollte die Maße in mein Notizbuch eintragen. Da blieb meine ausgestreckte Hand wie erstarrt in der Luft stehen. Etwas hielt mich hinten am Trenchcoat fest. Ich hielt die Luft an und fasste nach hinten. Meine Hand berührte einen kalten Fuß, dessen Zeh sich im Gürtel des Mantels verhakt hatte. Ich zerrte am Gürtel und kam frei.

Durch den Ruck stieß ich gegen die andere Bahre, worauf mein dort abgelegter Kugelschreiber unter den dort liegenden Körper rollte. Mit der Taschenlampe geleuchtet und mit spitzen Fingern den Kuli wieder hervorgeholt.

Die letzten Maße waren eher geschätzt als gemessen. Nur raus hier, war mein Gedanke.

Ich drängelte mich wieder bis zur ersten Tür durch und begab mich zum Herrn der Toten. Ich entdeckte ihn in seinem kleinen Aufenthaltsraum, der von Zigarrenqualm zugenebelt war. Jetzt eine Zigarette dachte ich und kramte die Schachtel aus meinem Mantel. So saßen wir eine Weile schweigend und rauchend, ehe wir auf den Montageablauf zu sprechen kamen.

Er sah auf seine Uhr, meinte es wäre Zeit für sein Frühstück und ging zu einem kleinen Kühlschrank, der vor dem Raum an der gegenüberliegenden Wand stand.

Mehr zufällig als neugierig sah ich, wie er ein in Pergamentpapier eingewickeltes Päckchen zurückbrachte, es öffnete und in eine Stulle biss. Doch was enthielten die Plastikbeutel, die ich neben seinen Stullen im Kühlschrank gesehen hatte?

Ich fragte. Noch kauend verstand ich, dass es entnommene Organe und andere Teile seien, die er für die Studenten, oder auch für ergänzende Untersuchungen aufbewahrte. Es würgte in meiner Kehle.

Ein Geräusch ließ uns in Richtung einer Tür blicken, die ich vorher nicht bemerkt hatte. Zwei schwarz gekleidete Männer schoben fast würdevoll einen Sarg, der auf einer fahrbaren Unterlage ruhte, in den Keller. Sie nahmen den Sargdeckel ab und legten ihn auf den Boden. Das kauende Unikum rief den beiden Beerdigungskräften zu, dass sie den Gesuchten hinter Tür Nr. 5 fänden.

Wie gebannt verfolgte ich den weiteren Ablauf. Sie zogen die männliche Person, es war die, die sich in meinem Gürtel verfangen hatte, mit der Bahre neben ihren Sarg. Dann packte einer die Füße und der andere fasste unter die Arme der mageren Leiche. Der am Kopfende zählte „eins, zwei und drei“ und mit Schwung flog der alte Mann in den offenen Sarg. Es polterte wie ein Sack Kartoffeln. Der Deckel wurde aufgelegt und sie verschwanden.

Es ist jetzt höchste Zeit ebenfalls zu verschwinden, überlegte ich, verabschiedete mich vom Herrscher der Unterwelt und stürzte ins Freie, in die frische Luft.

Nach diesem Erlebnis empfand ich den Lärm und die Hektik in unserem Büro wie eine Wohltat und langsam entspannten sich meine Nerven.

©Dieter Kermas

Image:  pixabay.com

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Dieter Kermas, CaliforniaGermans Author and a true Berliner, turned to writing after he retired from his profession as an engineer. Family and friends urged him to document his many experiences during his childhood in wartime Germany. This made for a collection of various essays which have been published here at CaliforniaGermans. (You can find the stories here on CaliforniaGermans.com by putting “Dieter Kermas” into the Search Box.) Apart from his childhood memories, he is also sharing some of his short stories and poems on CaliforniaGermans. Dieter Kermas, who loves to write, is currently working on his first novel. Some of his work has been included in anthologies.

To get in touch with Dieter Kermas, please send an email with subject line “Dieter Kermas” to: californiagermans@gmail.com
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“Performance in Which Hopefully Nothing Happens” – Dutch Theatre Group in OC

The “Performance in Which Hopefully Nothing Happens” at the Segerstrom Center for the Arts last weekend was a real treat for children and grown-ups alike. In times where the Wii and other video games have taken over our children’s leisure time, it is so important to have their minds and imagination stimulated with something more creative.

That’s exactly what Theatergroep MAX from the Netherlands did. Inventive, absurd and fantastic at times, “Performance in Which Hopefully Nothing Happens” was great modern theater that played with the audience’s minds, made it laugh over clever absurd funny scenes while playfully demonstrating what a performance actually consists of! 

The actors brilliantly incorporated elements of Pantomime and Comedy and with a witty play of words kept the audience engaged. Their scene of having the various parts of a performance appear as different people, from the ‘previous moment’ person to the ‘next moment’ guy and the ‘dead moment’ was hilarious, with the interview of the ‘little detail’ being the absolute highlight. Comicly funny the ‘little detail’ was being interviewed with a microphone, but all the audience could really see was the actor Roger holding the microphone pointed towards a little round spot that was illuminated by his flashlight. That’s where the little detail supposedly was on stage and spoke, but it was just too small for the audience to see with bare eyes…The children were bursting in laughter. The audience loved it.

Playing with the audience’s mind and making illusion reality was at its best, when one actor suddenly seemed to play hide and seek with his alter ego, and in the end after desperately trying to find himself,  suggested, that he must have lost himself.

By inviting Theatergroep MAX from the Netherlands, Segerstrom Center for the Arts has put on an excellent show making sure that theater goers of the next generation are trained to watch something more challenging than only mainstream theatre. Too bad that this award winnig show was available for the general public only for two days.  I will for sure be on the look out for their next performance in the coming season

Performance in Which Hopefully Nothing Happens” -A real treat for eyes, ears and mind!

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 More to read:

Daily Pilot: http://articles.dailypilot.com/2011-05-12/news/tn-dpt-0513-happs-20110512_1_theater-group-silliness-godot

http://dutchperformingartsevents.blogspot.com/2011/04/ipay-dutch-youth-theater-consortium_21.html

http://www.nashvilleparent.com/theater-reviews/tpacs-family-field-trip-is-a-hoot-saturday-may-7

Music And The Arts in Southern California – CaliforniaGermans Weekend Suggestions

Have already plans for the weekend? If still undecided or in need of some more ideas, look over our CaliforniaGermans‘ eclectic suggestions:

According to the weather forecast this weekend has some colder summer temperatures in stock for us. Perfect weather for checking out some of Southern California’s cool museums. So after a quick and windy visit at the US Open for surfing in Huntington Beach, you might want to drive down south along PCH and pay a visit to the Laguna Art Museum and its exhibit  Art Shack that OC Weekly calls  a “cooler-than-cool” exhibition. Open until Oct 3rd one can explore “…surf shacks, tattoo huts, retro shanties and more… Art Shack is presented by Hurley.”

Keep going south and stop by the San Juan Capistrano library later on for their Music At The Library Event on Saturday evening, featuring Steve Riley and the three-time Grammy-nominated Mamou Playboys. There will be two shows with the first one starting at 6:30pm and the second at 8:30pm. Location: San Juan Capistrano Regional Library, 31495 El Camino Real, San Juan Capistrano, CA  92675

On Sunday, don’t miss OCMA’s (Orange County Museum of Art) Target free second Sunday Family event. Not only is admission free on the second Sunday of every month but a whole program of activities is offered throughout the day, form hands-on projects to film shorts for kids screenings, and more. The program is from 11 am to 4 pm.  

Going north along the coast brings us not only to the Aquarium of the Pacific in Long Beach, which is always a lot of fun, but Long Beach is also home to a great museum , that my family always enjoys:  MOLAA. The Museum of Latin American Art which is the only museum in the western United States that exclusively features contemporary Latin American Art.  MOLAA is now offering free admission on Sundays. Apart from great contemporary art exhibits and a noteworthy 15,000 sq. ft. sculpture garden, this Sunday, August 8th, will also kick off the Colombian Cinema Showcase which will present screenings of the best in contemporary Colombian film. These screenings will include a variety of features, documentaries, and short films. The opening reception is free and open to the public, will include tours of the galleries, live music and a free screening. Call for details – 562-437-1689

More Latin Sounds are offered at LACMA in Los Angeles which is presenting Adonis Puentes this Saturday, August 7,  at 5:00 pm. The concert will be at Hancock Park and entrance is free.  On Sunday LACMA will have its free Andell Family Sundays from 12:30–3:30 pm with bilingual gallery tours and programs designed especially for families. Special Tip: Richard Wagner fans might want to visit the exhibit Myths, Legends, and Cultural Renewal: Wagner’s Sources at that time as well since it will be closing on August 16, 2010.

More music but this time especially for kids can be found at the Getty Center. This free concert series in the Central Garden is for kids and their families and features some of the best children’s musicians from across the nation:  August 7 and 8- Dance with Milkshake, a band sure to have you and your kids on your feet with their rock ‘n’ roll tunes. From 11:00 a.m.–3:30 p.m. there is also free family fun with tours especially designed for children, art workshops, hands on projects and much more.

Despite the predicted cooler summer nights this weekend, I have to mention the Flights & Sounds Summer Festival at the Orange County Great Park. With free dance lessons at 7:30pm and concerts starting at 8pm the Orange County Great Park Corporation presents in partnership with the Irvine Barclay Theatre free Saturday night concerts and Friday Night Dance Parties.

The Skirball Cultural Center in Los Angeles presents Skirball’s free Sunset Concerts, celebrating musical traditions from around the globe, every Thursday evenings, July 22–August 26. All concerts begin at 8:00 p.m. Doors open at 7:00 p.m. Free admission; no reservations.

Last, should you care for some German theatre, right from Berlin. Franz Kafka’s: A Report To an Academy is playing in German with English subtitles at The Ivy Substation (The ACTORS GANG) in Culver City, 9070 Venice Blvd. Tickets are $20/$15 and can be ordered by calling 323-464-3375 or per email zoodistrict@gmail.com

Enjoy the weekend!

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Christmas Countdown – Los Angeles/Orange County

Join in the Las Posadas on Olvera Sreet every night form December 16th to December 24th. This is a festive tradition that reenacts the nine-day journey of Mary and Joseph to Bethlehem with singing, entertainment, a candlelight procession on Olvera Street and the breaking of a piñata each evening.

The Glory of Christmas” at the Crystal Cathedral in Garden Grove is an event that retells the Christmas story in a life perfomance by adult and child soloists with Christmas carols, live animals, flying angels and many other effects.

The Bowers Museum is celebrating Kwanzaa the African-American holiday in a fmily festival on December 26, at 11am

And on Christmas eve find a  ‘Christmette’, a Christmas Worship Service at 11 pm on Christmas eve at Old World in Huntington Beach at the Old World Church.

Enjoy the Countdown to Christmas and take a look at the updates under “Resources”  for more to do…